Es ist bekannt, dass die Banken und Kreditinstitute mit plakativen Spitzenzinssätzen ihre Tagesgeldprodukte bewerben, die häufig nur ein halbes Jahr gültig sind. Grundsätzlich sind Lockangebote in Ordnung, da auch Banken die Chance haben sollen, Kunden mit guten Angeboten zu werben. Für Kunden, die sich nicht so sehr mit der Tagesgeld- und Festgeldmaterie auskennen, ist dies jedoch schon der erste Stolperstein. Oft wird der Standardzinssatz erst Monate später auf einem Kontoauszug wahrgenommen, die Folge ist Unverständniss, da der Kunde sich betrogen fühlt. Das Banken mit Vertrauensproblemen zu kämpfen haben und als intransparent gelten, liegt nicht zuletzt an solch aggressiven Marketingstrategien. Hier ist es unabdinglich, dass man vor Kontoeröffnung sich genau die Konditionen durchliest und sich auf Drittseiten wie www.Tagesgeldkonto24.info informiert.

Vorsicht: Zeitlich begrenzte Neukundenzinssätze
Lösung: Tagesgeldhopping
Dieser zeitlich begrenzte Neukundenzinssatz sollte jedoch vom Kunden genauso wahrgenommen werden: Er ist nur für einen bestimmten Zeitraum gültig, danach gibt es den niedrigen Standardzinssatz. Die Banken rechnen damit, das aus Bequemlichkeit die meisten Kunden trotz niedrigerer Standardverzinsung bei ihnen bleiben. Die Leute, die nach Ablauf des hohen Neukundenzinssatzes zur nächsten Bank wechseln, wo sie wieder einen hohen Zinssatz erhalten, verdienen mehr Geld. Diese clevere Methode nennt sich Tagesgeldhopping.
Daneben gibt es jedoch zwei Konditionsmodelle, die gleichzeitig der Werbemaschine hohe Zinssätze erlauben, wobei in der Realität diese schwer zu erreichen sind, oder mit versteckten Zinssenkungen einhergehen. Dies halten wir für unseriös:
- schwer erreichbare Top-Zinssätze
- versteckte Zinssenkungen
In diesem Zusammenhang ist uns die ING-Diba aufgefallen, welche mit 2,5% Zinsen lockt, welche aber nur sehr eingeschränkt nutzbar sind.

Vorsicht: Schwer erreichbare Top-Zinssätze!
Lösung: Konditionen recherchieren, Abschluß abwägen
Hin und wieder werben Banken mit sehr guten Tagesgeld- und Festgeldkonditionen und es ist ein Sternchen hinter dem Zinssatz angegeben. Diese beschreiben eine übliche Staffelung, in manchen Fällen sind diese jedoch so merkwürdig gestaltet, dass sich der Verdacht aufdrängt, dass möglichst wenige Kunden die beste Staffelung erreichen sollen.
Fiktives Beispiel einer unseriösen Festgeld-Zinsstaffelung:
Werbung:
- bis zu 4% Zinsen
Konditionen:
- 1 € bis 10.000 € = 1% Zinsen
- 10.000 € bis 50.000 € = 1,1% Zinsen
- 50.000 € bis 500.000 € = 1,2% Zinsen
- über 500.000 € = 4,0% Zinsen
In diesem Fall würde also die 4% Maximalzinsen schlecht erreichbar sein, die sonstigen Zinsen weichen stark vom Spitzenzinssatz ab.
Auch andere Bedingungen haben wir schon gesehen, beispielsweise bei einem kombinierten Tagesgeld- und Depotkonto. Hier war für den Spitzenzinssatz eine monatlich hohe Anzahl von Depotaktionen und Übertragsvolumen notwendig, damit auf dem Tagesgeldkonto ein guter Zinssatz gewährt wurde. In der Werbung nicht kommuniziert, aber Tatsache, dass die wenigsten privaten Anleger solch ein Nutzungsmuster aufweisen können.
Fiktives Beispiel für unfaire Konditionen bei Depot + Tagesgeldkonto
Werbung:
- 4% Tagesgeldzinsen
Konditionen:
- 1% Tagesgeld Standardzinssatz
- +3% Tagesgeldzinsen bei mind. 50 Depottrades / Monat oder
- +3% Tagesgeldzinsen bei mind. 50.000 € Depotübertrag / Monat
In diesem Fall könnte der Standardkunde, welche nicht oder nur selten Depottrades durchführt nicht von den hohen Zinszusätzen profitieren, der Standardzinssatz weicht stark vom beworbenen Zinsangebot ab.

Vorsicht: versteckte Zinssenkungen
Lösung: Konditionen vor Abschluss genau lesen und auf eigene Finanzsituation anwenden
Es ist bekannt, dass Tagesgeld und Festgeld oft an Zinsstaffelungen gebunden sind. Diese Staffelungen sind grundsätzlich in Ordnung in sehen in einem Festgeldbeispiel folgendermaßen aus.
Fiktives Beispiel für normale Zinsstaffelung:
Werbung:
- bis zu 2,75% Zinsen pro Jahr
Konditionen:
- 3 Monate Anlagelaufzeit = 1,50 % Zinsen pro Jahr
- 6 Monate Anlagelaufzeit = 1,75 % Zinsen pro Jahr
- 9 Monate Anlagelaufzeit = 2,00 % Zinsen pro Jahr
- 1 Jahr Anlagelaufzeit = 2,10 % Zinsen pro Jahr
- 2 Jahre Anlagelaufzeit = 2,30 % Zinsen pro Jahr
- 5 Jahre Anlagelaufzeit = 2,50 % Zinsen pro Jahr
- 10 Jahre Anlagelaufzeit = 2,75 % Zinsen pro Jahr
Bei versteckten Zinssenkungen wird nur der Spitzenzinssatz erhalten oder in besonders dreisten Fällen sogar erhöht um dem potentiellen Kunden in der Werbung sogar eine Zinserhöhung zu suggerieren, die für die meisten anderen Anlagezeiträume jedoch nicht stattgefunden hat. Im Gegenteil, bei folgender fiktiver Zinsanpassung wurden manche Laufzeiten versteckt angepasst.
Fiktives Beispiel für versteckte Zinssenkung in der Zinsstaffelung:
Werbung:
- Neu! Bis zu 3,00% Zinsen pro Jahr
Konditionen:
- 3 Monate Anlagelaufzeit = 0,50 % Zinsen pro Jahr
- 6 Monate Anlagelaufzeit = 0,75 % Zinsen pro Jahr
- 9 Monate Anlagelaufzeit = 1,00 % Zinsen pro Jahr
- 1 Jahr Anlagelaufzeit = 1,10 % Zinsen pro Jahr
- 2 Jahre Anlagelaufzeit = 1,30 % Zinsen pro Jahr
- 5 Jahre Anlagelaufzeit = 1,50 % Zinsen pro Jahr
- 10 Jahre Anlagelaufzeit = 3,00 % Zinsen pro Jahr
In solch einem Beispiel muss man sich die Zinsstaffel also vorher notieren und genau kalkulieren, wieviel Geld man anlegen wird, und somit in welche Zinsstaffel man fällt. Bei Angeboten ist also nicht in allen Fällen der Spitzenzinssatz relevant, sondern die Zinsstaffel, in der man mit seinen eigenen Einlagen eingestuft wird. Staffelungen sind von folgenden Parametern abhängig:
- Höhe der Einlage
- Dauer der Anlage
- Nutzungsverhalten (Bsp. Tradingverhalten)
Ich hoffe, wir haben Ihnen die Augen geöffnet, worauf bei der Tagesgeldkonto und Festgeldkonto Recherche zu achten ist. In diesem Zusammenhang möchten wir noch erwähnen, dass es durchaus Banken gibt, die faire Konditionen bieten. Welche dies sind, hängt von oben genannten Parametern ab. Viel Erfolg!
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Bei den derzeit tiefen Zisnen lohnt sich Festgeld eher nicht, denke ich.Man sollte vielleicht immer die besten Tagesgeld Angebote in Anspruch nehmen. Sobal die Zinsen runter gehen oder woanders bessersind, kann man ja wechseln.
Hallo,der aktuelle Zinssatz beim Postbank-Tagesgeld beträgt z.Zt. noch 1,3%,ab 01.01.2010 geht er auf 1,1% zurück! In 2008 noch eine Festgeldanlage mit 5% abgeschlossen,brachte in diesen Tagen einen warmen Zins-Regen!
Am Rande,folgendes Erlebnis mit dem PB-Finanzberater vor Ort,hatte er den vereinbarten Termin aus dem einen Grunde “versäumt”, weil so viele Kunden ihre Kfz-Versicherung bei der HUK24 noch abschließen wollten! Man stelle sich vor,PB und HUK24 werben mit: “Wetten,dass die Kfz-Versicherung der HUK24 2010 günstiger ist,als Ihre a k t u e l l e Versicherung 2009!…und darauf sind viele “abgefahren” sprich reingefallen,denn nachdem ich selbst den Vergleich unter vergleichbaren Bedingungen für 2010 getätigt hatte,bin ich bei der AllSecur geblieben…weil sie sich nach wie vor preiswerter darstellt…
Hallo Roli65, danke für Ihre Erfahrungsberichte!
Insofern haben Sie das richtig gemacht, es gab bestimmt genug andere Kunden, welche auf die Angaben der Finanzberater vertraut haben.
Das Postbank-Tagesgeld bringt im Postbank Giro + Tagesgeldbündel in der Tat nur 1,3%, daher sollte man sich anschauen, ob die Postbank SparCard 3000 eine Alternative darstellt. Hier gibt es erfreulicherweise noch 2,00% Zinsen.
Von Zinsen im 5% Bereich kann man jetzt nur noch träumen. Daher lohnt es sich momentan auch nicht, Festgeld für einen längeren Zeitraum anzulegen, da diese Zinsen in den kommenden Monaten wieder steigen werden. Lieber etwas niedriger auf dem Tagesgeldkonto liegen haben, dafür auf das Geld zugreifen können, sobald wieder höhere Tagesgeld- und Festgeldzinsen möglich sind.
Zu den Kfz-Versicherungen kann ich natürlich nicht so viel sagen, bis auf das man sich vor Abschluss immer bei mehreren Quellen zu den Vor- und Nachteilen einzelner Konten recherchieren sollte. Wie eben hier auf dieser Seite